Die Strassenbahner > Unsere Ziele


Wir fordern, dass Wendezeit nicht gleich abzugsfähige Pausenzeit sein kann!


Wir fordern, ALLEN Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die es wünschen, ihren Wünschen entsprechende Teilzeitmodelle zu ermöglichen


Wir fordern mindestens 12 Stunden Ruhezeit zwischen zwei Diensten!


Wir fordern, dass die Möglichkeit, in Wohnortnähe zu arbeiten, erhalten und ausgebaut wird!


Wir fordern, geteilte Dienste zu minimieren und nach Möglichkeit ganz abzuschaffen!


Wir fordern hygienische Toiletten mit genügend Verbrauchsmaterialien sowie saubere Pausenräume und Fahrerkabinen!


Wir fordern, dass die Verpflegungs- und Getränkeautomaten nach den wissenschaftlichen Erkenntnissen über gesunde Ernährung bestückt und regelmäßig aufgefüllt werden und damit insgesamt eine bessere Pausenversorgung für den Fahrdienst.


Wir fordern, dass das Konzept zu Pausenräumen, die diesen Namen auch verdienen, zügig weiterentwickelt und umgesetzt wird.


Unser Ziel ist es, auch weiterhin für eine zeitnahe und umfassende INFO aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu aktuellen Themen zu sorgen.


Wir stellen uns das Ziel, die Möglichkeiten zur aktiven Teilnahme an den Entscheidungen des Personalrates auszubauen.


Letztendlich ist es unser Ziel, die Personalratsarbeit so zu verändern, dass die Interessen der Kolleginnen und Kollegen (also unser aller Interessen) besser und konsequenter vertreten werden.




1. Wendezeiten

Wir fordern, dass Wendezeit nicht gleich abzugsfähige Pausenzeit sein kann! Und, Pausen müssen auch richtige Pausen sein. Z.B. können Pausen an Endstellen mit Fahrgastzustieg keine wirklichen Pausen sein! Die Gründe liegen klar auf der Hand. Der Zug ist zu überwachen, Auskünfte sind zu geben, usw.

Dies ergibt sich aus den Tätigkeiten, die neben der reinen Fahrtätigkeit resultierend aus der DF-Strab (Dienstordnung) zu verrichten sind. Ebenso ist bei Endstellen mit Fahrgastzustieg nicht gewährleistet, dass eine Störung des Fahrers ausgeschlossen ist. Wir begründen unsere Forderung mit der Definition einer Pause durch den TV-N und Urteile des Bundesarbeits-gerichtes: Als Pausen zählen laut §9 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 Unterabs. 1 Satz 3 TV-N Berlin nur Arbeitsunterbrechungen von mindestens 8 Minuten Dauer. Spätestens bei deren Beginn muss die Dauer der Pausen feststehen. Sie müssen frei von jeder Tätigkeit sein. Eine Unterbrechung der Pause muss ausgeschlossen sein. Es darf nicht zu erwarten sein, dass plötzlich eine Arbeitstätigkeit ausgeübt werden muss. Dies wäre dann Arbeitsbereitschaft. Wir müssen selbst bestimmen können, wo und wie wir die Pause verbringen wollen. Alle Kurzpausen zusammen müssen mindestens die gesetzlich vorgeschriebene Dauer von 30 Minuten ergeben. Lenkzeitunterbrechungen, die durch Vorziehen an Endhaltestellen unterbrochen werden (wenn z.B. nur über ein Gleis gefahren wird), sind demnach keine Lenkzeitunterbrechungen und können auch nicht als solche nach TV-N Berlin angerechnet werden.



2. Teilzeitmodelle

Wir fordern, Teilzeitmodelle für ALLE. Auch für unsere NEU-Kollegen! Die Modelle müssen den Namen auch verdienen! Rückkehr zu echten 5/3 Turnus.

Wir begründen unsere Forderung mit dem Teilzeit- und Befristungsgesetz: "Das Teilzeit- und Befristungsgesetz räumt Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern unter folgenden Voraussetzungen einen Rechtsanspruch auf Verringerung der Arbeitszeit (Teilzeit) ein: Das Arbeitsverhältnis muss länger als sechs Monate bestanden haben. Der Arbeitgeber beschäftigt in der Regel mehr als 15 Arbeitnehmer; Personen in Berufsbildung werden nicht mitgezählt. Die Arbeitnehmerin bzw. der Arbeitnehmer muss die Verringerung der Arbeitszeit (Teilzeit) und den Umfang der Verringerung spätestens drei Monate vor deren Beginn geltend machen. Der Teilzeitanspruch gilt für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, also auch in leitenden Positionen und für geringfügig Beschäftigte nach § 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV. Der Arbeitgeber hat die Möglichkeit, den Teilzeitanspruch bei entgegenstehenden betrieblichen Gründen abzulehnen. Ablehnungsgründe können im Übrigen auch durch Tarifvertrag festgelegt werden." Ein Ablehnungsgrund kann sicherlich auch ein momentaner Personalmangel sein. Dann muss der Arbeitgeber aber auch umgehend Maßnahmen treffen, um diesen zu beseitigen. Eine dauerhaft verfehlte Personalpolitik kann kein Ablehnungsgrund sein. Das muss notfalls gerichtlich durchgesetzt werden.



3. Ruhezeit

Wir fordern mindestens 12 Stunden Ruhezeit zwischen zwei Diensten! Dies würde dem "Audit Beruf&Familie", was die BVG anstrebt auch Rechnung tragen. "Man arbeitet um zu leben, und nicht umgekehrt!"

Ausgenommen hiervon wird der derzeitige Hauptturnus rückwärts rollierend von spät nach früh. Dieser soll auf freiwilliger Basis weitergeführt werden. Jeder Kollege, der es möchte, soll in ein anderes, gesünderes Turnusmodell wechseln können. Wir begrüßen ausdrücklich die Einführung des 4/2-Turnusmodells und fordern, auch den 5/3-Turnus ohne Zusatzsamstag weiter auszubauen. Wir begründen unsere Forderung mit der Verpflichtung des Arbeitgebers laut Arbeitszeitgesetz Turnusmodelle für Schichtarbeitnehmer nach den gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen über die menschengerechte Gestaltung der Arbeit festzulegen. Hiernach sind häufige und vor allem auch kurze Wechsel der Dienstlage zu vermeiden, da diese zu einer erheblich erhöhten Wahrscheinlichkeit zu erkranken führen. Viele Kollegen haben es inzwischen schon selbst bemerkt, dass Schichtarbeit zu Schlafstörungen, Magenbeschwerden, innerer Unruhe und psychischen Beeinträchtigungen führen kann. Zu den langfristigen Folgen können Magen-Darm- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen. Auch Rückenschmerzen, Diabetes und Bluthochdruck führen manche Ärzte auf die ungesunden Rund-um-die-Uhr-Dienst zurück.



4. Einsatzort

Wir fordern, dass die Möglichkeit, in Wohnortnähe zu arbeiten, erhalten und ausgebaut wird!


Dazu ist es als erstes notwendig, alle Kollegen der BT GmbH in die Muttergesellschaft BVG zurück zu holen. Wir sehen im Bestehen der BT GmbH keine Kosteneinsparungen mehr, sondern durch zwei Verwaltungen einen nicht unerheblichen zusätzlichen Kostenfaktor. Daneben ergeben sich, u. a. durch lange Wege zur Arbeit, ungünstige Arbeitsbedingungen insbesondere für die Kollegen der BT, aber auch für die Kollegen der BVG. Wir begründen unsere Forderung damit, dass, gestützt auf mehrere Studien, lange Arbeitswege krank machen. So sind Pendler häufiger psychisch krank als andere Beschäftigte. Von den Pendlern, die täglich mehr als 90 Minuten unterwegs sind, litt jeder Dritte unter Nackenschmerzen oder Rückenproblemen. Außerdem hatten sie wesentlich häufiger Übergewicht und hohe Cholesterinwerte. Die Liste der Beschwerden reicht weiter von Bluthochdruck über Magen-Darm-Probleme bis hin zu Schlafstörungen und im Extremfall bis zur totalen Erschöpfung (Burn out) oder gar einem Herzinfarkt. Pendler seien "größeren Stressspitzen ausgesetzt, als Jetpiloten im Kampfeinsatz", stellte Norbert Schneider, Soziologieprofessor und seit 2009 Direktor des Bundesinstitutes für Bevölkerungsforschung, fest. Neben den durch die ständige Schichtarbeit sowieso bestehenden Belastungen also noch ein zusätzlicher, vermeidbarer Faktor, der nachweislich krank macht. Es ist auch hier wieder Aufgabe und im Interesse des Arbeitgebers, hier gegenzusteuern.



5. Geteilte Dienste

Wir fordern, geteilte Dienste zu minimieren und nach Möglichkeit ganz abzuschaffen!

Was Arbeitgeber kreativ lange Pause oder geteilte Dienste nennen, hat jedoch mit Erholung nichts tun. Es bedeutet stattdessen die Anstrengung eines doppelten Arbeitsweges und zerrissene Freizeit. Wir begründen unsere Forderung mit den zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, einen Dienstplan ohne geteilte Dienste zu erstellen. Hierzu eignen sich Teilzeitarbeit (Stundenkräfte) sowie Mischarbeit (Abfahren von Spitzen im Fahrdienst). Dies könnte im Rahmen einer auch nach sozialen Gesichtspunkten gestalteten Personalplanung bei den Neueinstellungen stärker berücksichtigt werden. Ebenso könnte diese Zielstellung in den noch zu verhandelnden Tarifvertrag Altersteilzeit bzw. in eine entsprechende Dienstvereinbarung oder Dienstabsprache einfließen.



6. Sauberkeit

Wir fordern hygienische Toiletten mit genügend Verbrauchsmaterialien sowie saubere Pausenräume und Fahrerkabinen!


Wir begründen unsere Forderung mit der Verpflichtung des Arbeitgebers, dafür zu sorgen, dass die Arbeitsstätte (inkl. der Toilette) den hygienischen Erfordernissen entsprechend gereinigt wird. Verunreinigungen und Ablagerungen, die zu Gefährdungen führen können, sind unverzüglich zu beseitigen (§ 4 Abs. 2 der Arbeitsstättenverordnung). Dieser Verpflichtung wird im Normalfall durch eine sogenannte Nassreinigung mit üblichem Sanitärreiniger (Reinigungsmittel) nachgekommen. Eine zusätzliche Desinfektion ist dabei nicht üblich und auch nicht notwendig. Aus den Grundpflichten des Arbeitsschutzgesetzes (§ 3 ArbSchG) ergibt sich, dass der Arbeitgeber verpflichtet ist zu prüfen, welche Reinigungsintervalle erforderlich sind. Dabei sollte er sich vom Betriebsarzt und vom Personalrat beraten lassen. Hinweis: Die Beschäftigten sind berechtigt, dem Arbeitgeber Vorschläge zu allen Fragen der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes bei der Arbeit zu machen. Sind Beschäftigte auf Grund konkreter Anhaltspunkte der Auffassung, dass die vom Arbeitgeber getroffenen Maßnahmen und bereitgestellten Mittel nicht ausreichen, um die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Arbeit zu gewährleisten, und hilft der Arbeitgeber darauf gerichteten Beschwerden von Beschäftigten nicht ab, können sich diese an die zuständige Behörde wenden. Hierdurch dürfen dem Beschäftigten keine Nachteile entstehen (§ 17 Arbeitsschutzgesetz). (siehe KomNet-Dialog) Aus unseren Erfahrungen heraus fordern wir, die Behältnisse für Verbrauchsmaterialien doppelt anzubringen, um eine kontinuierliche Versorgung mit den entsprechenden Verbrauchsmaterialien sicherzustellen. Fertigt bei fehlenden Verbrauchsmaterialien betriebliche Meldungen (Kopie an PR), damit sich etwas ändert! Ebenso bei stark verschmutzten Fahrerkabinen. Stark frequentierte WC-Anlagen sollten zweimal täglich gereinigt werden!



7. Pausenversorgung

Wir fordern, dass die Verpflegungs- und Getränkeautomaten auch nach den wissenschaftlichen Erkenntnissen über gesunde Ernährung bestückt werden.

Wir begründen unsere Forderung mit der Fürsorgepflicht des Unternehmens für die Gesundheit der Beschäftigten. Die IKK Südwest schreibt über gesunde Ernährung am Arbeitsplatz: "Essen und Trinken gehören neben dem Schlafen zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Doch im hektischen Berufsalltag achten die meisten zu wenig darauf, diese Grundbedürfnisse angemessen zu befriedigen: Bei Termindruck gibt es mittags auf die Schnelle eine Currywurst mit Pommes an der Imbissbude, zwischendurch statt Obst oder Joghurt einen Schokoriegel oder ein Teilchen vom Bäcker. Durch eine ausgewogene Ernährung kann man jedoch vielen Krankheiten wie Allergien, Arteriosklerose oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen. Auch schwere Erkrankungen wie Krebs können im Zusammenhang mit falschen Ernährungsgewohnheiten stehen. Dabei ist es gar nicht so schwer, sich auch dann richtig zu ernähren, wenn man im Stress ist." Die IKK gibt auch Tipps für Arbeitgeber: "Sie als Arbeitgeber können Ihren Mitarbeitern bei einer gesunden Ernährung hilfreich unter die Arme greifen. Achten Sie darauf, dass Ihre Mitarbeiter einen Platz haben, an dem sie die Mahlzeiten, zum Beispiel das belegte Brötchen zubereiten und auch essen können. Denn wer immer nur am Schreibtisch sitzt, schaltet nicht ab und der Körper nimmt die Nahrungsaufnahme nicht wahr. Die Folge sind eine verminderte Konzentration, Leistungsabfall und Krankheit. Trinken Ihre Mitarbeiter genügend? Mangelnde Flüssigkeitszufuhr kann zu Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Konzentrationsschwäche und sogar zu schwerwiegenden Krankheiten wie Nierenversagen führen. Erinnern Sie Ihre Mitarbeiter an das regelmäßige Trinken und stellen Sie ihnen einen kühlen Platz für Getränke zur Verfügung." Eine gesetzliche Unfallversicherung empfiehlt: "Motivieren Sie die Beschäftigten zu einer gesunden und vollwertigen Ernährung. Nutzen Sie dabei vorhandene Motivationsmedien wie Flyer und Infoblätter - siehe unten. Greifen Sie das Thema auch bei Team- und Mitarbeiterbesprechungen auf. Suchen Sie gemeinsam mit den Beschäftigten nach Möglichkeiten, die Situation zu verbessern. Mögliche Maßnahmen zur Ernährung können zum Beispiel sein: Im Unternehmen mit Kantine: Eine vielseitige, ausgewogene Ernährung anbieten. In Unternehmen ohne Kantine: Gemeinsame Beschaffung von abwechslungsreicher Ernährung organisieren. Aktionen zum Thema Ernährung mit dem Betriebsarzt durchführen."



8. Pausenräume

Wir fordern, dass das Konzept zu Pausenräumen, die diesen Namen auch verdienen, zügig weiterentwickelt und umgesetzt wird.

Hier greift ebenfalls die Fürsorgepflicht des Unternehmens: Die Arbeitsstättenverordnung mag einen Pausenraum für Fahrdienstbeschäftigte von Verkehrsunternehmen nicht zwingend vorschreiben. Aber der Hauptzweck der Pause, nämlich dass sie der Erholung dienen muss, lässt die Frage nach einem geeigneten Pausenraum aufkommen. Hier kann dann auch der gesunden Ernährung nachgekommen werden. Die Gesundheit der Arbeitnehmer ist ein hohes Gut. Wir fordern, gerade auf Grund der hohen Stressbelastung der Fahrdienstbeschäftigten in einer Großstadt wie Berlin, dass der Arbeitgeber alles in seiner Macht stehende tut, um die Gesundheit der Arbeitnehmer zu erhalten.



9. Betriebszugehörigkeit

Wir fordern die Würdigung der Betriebszugehörigkeit nach 10-, 20-, 30- und 40-jähriger Tätigkeit für die BVG!

Wir begründen unsere Forderung damit, dass auch die Würdigung der Leistungen einer Mitarbeiterin/ eines Mitarbeiters zum respektvollen Miteinander und zu gegenseitiger Achtung gehört und außerdem motivierend wirken kann …



10. Information für Alle!

Unser Ziel wird es auch weiterhin sein, für eine zeitnahe und umfassende Information aller MitarbeiterInnen zu aktuellen Themen zu sorgen und die Möglichkeiten der aktiven Teilnahme an Entscheidungen des Personalrates auszubauen.

Wir wollen eine stärkere Einbeziehung aller Beschäftigten, die von den Entscheidungen des Personalrates betroffen sind. Dazu wollen wir neben den bisher vorhandenen Möglichkeiten auch verstärkt Mitarbeiterbefragungen nutzen. Wir gehen davon aus, dass eine direkte und demokratische Beteiligung der Beschäftigten vor Ort die Transparenz erhöht und der Verbesserung des Betriebsklimas dient. Wir wollen verdeutlichen, wie wichtig auch die Meinung jedes Einzelnen zu bestimmten Fragen der Personalratsarbeit ist, um wirklich die Interessen aller Beschäftigten vertreten zu können. Sicher werden auch wir es nicht in jedem Falle jedem Einzelnen Recht machen können, aber wir werden uns darum bemühen! Ebenso wollen wir allen Beschäftigten etwas in die Hand geben, damit sie von den Entscheidungen des Personalrates erfahren und über die Gründe, die zu bestimmten Entscheidungen geführt haben, informiert werden. Wir wissen, dass Aushänge auf Grund der besonderen Arbeitssituation dafür nicht das Mittel der ersten Wahl sind.



11. Verantwortliche des TV-N

Natürlich ist es auch immer noch unser Ziel, die Mitverantwortlichen für den TV-N Berlin, die noch immer an den Schalthebeln des Personalrates sitzen, abzuwählen.